Teilprüfung 5: Pilzartenerkennung
Die Anforderungen:
Die letzte Teilprüfung besteht darin, insgesamt 70 verschiedene Pilzarten zu erkennen und sowohl ihren deutschen oder wissenschaftlichen Namen und den Speisewert anzugeben. Insgesamt stehen dafür 25 Minuten zur Verfügung. Für die Angabe des Speisewertes gibt es folgende drei Optionen:
- Speisepilz
- kein Speisepilz
- giftig
- Am schnellsten lernst du Pilze, indem du dich einem lokalen Pilzverein anschliesst. Die erfahrenen Mitglieder helfen dir, eine gute Artenkenntnis aufzubauen.
- Der Vorbereitungskurs der VAPKO ist eine sinnvolle Vorbereitung auf den Prüfungskurs. In der Woche siehst du Pilze aus allen Regionen der Schweiz, die du womöglich noch nie zu Gesicht bekommen hast.
- Onlinetools können eine gute Ergänzung sein, um dir gerade in Monaten mit wenig Pilzaktivität neues Wissen anzueignen oder Bekanntes aufzufrischen. Dazu unten mehr.
- Bei den Speisewerten sind die Angaben der VAPKO verbindlich, unabhängig davon, ob in der Literatur oder auf Onlineportalen andere Angaben gemacht werden. Halte dich beim Üben stets an diese Angaben und schaue bei Unsicherheiten auf der Namensliste im Leitfaden nach. Um die Speisewerte zu trainieren, stehen dir ganz unten auf dieser Seite mehrere Quiz mit rund 400 Pilzen zur Verfügung.
- Nichts ersetzt die Zeit in der Natur! Beobachte, übe, lerne, repetiere!
Die Bewertung:
Wenn eine Art a) richtig erkannt und b) der Speisewert richtig beurteilt wird, erhält die Kandidatin / der Kandidat einen Punkt. Halbe Punkte werden keine verteilt.
Wird ein Eliminationspilz nicht erkannt, gilt die Prüfung als nicht bestanden. Bei Nichterkennen einer weniger giftigen Art werden 5 Punkte abgezogen (siehe Anhang A6. VAPKO-Giftpilzliste / Pilze mit einem 5 Punkte Abzug).
An der Prüfung müssen 50 Punkte von 70 möglichen erreicht werden, damit sie als bestanden gilt.
Stand 2025 sind 15 eliminatorische Pilze und 3 eliminatorische Gruppen im Leitfaden der VAPKO enthalten.
Eliminatorische Pilze:
- Fliegenpilz (Amanita muscaria)
- Pantherpilz (Amanita pantherina)
- Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
- Frühlings-Knollenblätterpilz (Amanita verna)
- Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
- Satans-Röhrling (Rubroboletus satanas)
- Orangefuchsiger Raukopf (Cortinarius orellanus)
- Spitzgebuckelter Raukopf (Cortinarius rubellus)
- Riesen-Rötling (Entoloma sinuatum)
- Gift-Häubling (Galerina marginata)
- Ziegelroter Risspilz (Inocybe erubescens)
- Weisser Risspilz (Inocybe fibrosa)
- Grünling (Tricholoma equestre)
- Tiger-Ritterling (Tricholoma pardinum)
- Faseriger Tiger-Ritterling (Tricholoma filamentosum)
- Alle kleinen, weissen Trichterlinge (Clitocybe)
- Alle Risspilze (Inocybe spp.)
- Alle Schirmlinge (Lepiota spp.) ohne Riesenschirmlinge (Macrolepiota)
Neben den eliminatorischen Pilzen gibt es 19 Arten und 3 Gruppen, welche einen 5-Punkte-Abzug geben, sofern sie nicht erkannt bzw. ihr Speisewert nicht richtig angegeben wird:
Pilze mit einem 5-Punkte-Abzug:
- Karbol-Champignon (Agaricus xanthodermus)
- Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata)
- Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)
- Gerandetknolliger Garten-Safranschirmling (Chlorophyllum brunneum)
- Grauer Falten-Tintling (Coprinopsis atramentaria)
- Spitzschuppiger Stachelschirmling (Echinoderma asperum)
- Niedergedrückter/Alkalischer Rötling (Entoloma rhodopolium)
- Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta)
- Riesenlorchel (Gyromitra gigas)
- Bischofsmützen-Lorchel (Gyromitra infula)
- Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare)
- Ochsenröhrling (Imperator torosus)
- Schwarzschneidiger Rettichhelmling (Mycena pelianthina)
- Gemeiner Rettichhelmling (Mycena pura)
- Rosa Rettichhelmling (Mycena rosea)
- Orangefarbener Ölbaumtrichterling (Omphalotus illudens)
- Giftiger Dufttrichterling (Paralepistopsis amoenolens)
- Kahler Krempling (Paxillus involutus)
- Spitzkegeliger Kahlkopf (Psilocybe semilanceata)
- Alle nach Karbol riechenden Champignons (Agaricus Sect. xanthodermatei)
- Alle Hautköpfe (Dermocybe spp.)
- Alle Haarschleierlinge mit grünem, gelbem, orangem oder rotem Fleisch (Cortinarius)
Tipps:
- Investiere viel Zeit ins Studium der Giftpilze. Ein Grossteil davon ist im Prüfungsteil 1 enthalten, aber nicht alle.
- Stelle Fragen an der Prüfung. Fragen zu stellen ist erlaubt, wenn man sich an einige Regeln hält. Dazu unten mehr.
- Gehe an der Prüfung die Giftpilze bei Unsicherheiten nochmal kurz durch, um sie sicher ausschliessen zu können.
Besonderes:
- Wird anstelle des Spitzgebuckelten Raukopfes der Orangefuchsige Raukopf genannt oder umgekehrt, so gilt die Prüfung nicht automatisch als nicht bestanden. Aufgrund der Seltenheit des Orangefuchsigen Raukopfes ist die Chance sehr gross, dass es sich an der Prüfung um einen Spitzgebuckelter Raukopf handeln würde.
- Anstelle des Tiger-Ritterlings kann auch der Faserige Tiger-Ritterling genannt werden und umgekehrt, ohne dass dies eine Auswirkung auf das Resultat hätte. Oft sind diese zwei Arten nur schwer auseinanderzuhalten, weil sie sich in ihrer Erscheinung verändern können.
Pilzgruppen (Speisepilze und keine Speisepilze):
Gewisse Pilze können an der Prüfung als Gruppe angesprochen werden. Dazu zählen neben den eliminatorischen Gruppen und den Giftpilzgruppen mit einem 5-Punkte-Abzug folgende Gruppen:
- Raufussröhrlinge: Alle Raufussröhrlinge (dazu zählen auch die Rotkappen) gelten als Speisepilze. An der Prüfung reicht die Angabe: „Raufussröhrling, Speisepilz“.
- Scheidenstreiflinge: Alle Scheidenstreiflinge gelten als Speisepilze. An der Prüfung reicht die Angabe: „Scheidenstreifling, Speisepilz“.
- Weichritterlinge: Alle Weichritterlinge gelten als Speisepilze. An der Prüfung reicht die Angabe: „Weichritterling, Speisepilz“. Ausnahmen: M. subalpina (Almen-Weichritterling), M. verrucipes (Raustiel-Weichritterling) und M. cognata (Falber Weichritterling). Diese müssen an der Prüfung mit dem Artnamen angesprochen werden.
- Violettmilchlinge: Alle violett milchenden Milchlinge können als „Violettmilchling, kein Speisepilz“ angesprochen werden.
- Grubige Milchlinge: Alle Grubigen Milchlinge können als „Grubiger Milchling, kein Speisepilz“ angesprochen werden.
- Schleierlinge: Alle Schleierlinge, welche kein gelbes, oranges, rotes oder grünes Fleisch besitzen und nicht auf der Empfehlungsliste oder der Giftpilzliste stehen, gelten als nicht essbar. Es reicht die Angabe: „Schleierling, kein Speisepilz“. An der Prüfung würde ein Hinweis gemacht, falls die Pilzart genauer gewünscht wäre. Die Schleierlinge, welche mit Artnamen angesprochen werden müssen, sind in der Präzisierung zum Leitfaden aufgelistet. Stand 2025 sind dies 17 Arten.
Fragen stellen:
Es ist erlaubt, an der praktischen Prüfung Fragen zu stellen, weil die gezeigten Pilze nicht angefasst werden dürfen. Dafür gelten folgende Regeln:
- Geschlossene Fragen stellen, also solche, welche mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Beispiel: Sind die Lamellen abschiebbar?
- Nur Fragen stellen, welche bei einer manuellen Untersuchung schnell festgestellt werden könnten. Beispiel: Ist die Milch scharf?
- Fragen zum Geruch sind nicht erlaubt. Allerdings wird einem der Pilz auf Anfrage an die Nase gehalten, damit man selbst riechen kann.
- Unzulässige Fragen werden nicht beantwortet.
Prüfungsablauf:
Die praktische Pilzartenerkennung folgt direkt auf die praktische Prüfung der Korbkontrolle. Während des gesamten Ablaufs wird die zu prüfende Person von einer Expertin/einem Experten der VAPKO begleitet. Die Mobiltelefone verbleiben in einem anderen Raum und der Kontakt zu anderen Prüflingen ist ausgeschlossen.
Die 70 Pilze sind auf insgesamt 3 Räume verteilt. Somit liegen entweder 23 oder 24 Exemplare pro Raum einzeln in Schalen auf den Tischen bereit. Pro Raum stehen rund 8 Minuten zur Verfügung, was insgesamt 25 Minuten entspricht. Daraus folgt, dass man sich durchschnittlich 21 Sekunden Zeit für einen Pilz nehmen kann. Dies klingt nach wenig, ist aber in Wirklichkeit ausreichend lang.
Wichtig: Wenn man bei einem Pilz Zweifel hat, kann man einen Jeton legen und am Schluss zu ihm zurückkehren. Wenn man eine Antwort abgegeben hat und zum nächsten Pilz übergeht, kann die Antwort im Nachhinein nicht mehr korrigiert werden!
Onlinetools:
Wie schon erwähnt sind Onlinetools nützliche Hilfsmittel, um die Artenkenntnis zu erweitern oder aktuell zu halten. Sie ersetzt jedoch die Arbeit im Feld nicht, weil wichtige Informationen fehlen. Besonders wichtig bei Pilzen ist beispielsweise der Geruch.
Hier seien zwei gute Tools erwähnt:
- Die Lernkartei von biofotoquiz.ch umfasst eine grosse Zahl von Arten und bietet Stand 2025 die Möglichkeit, zwischen zwei Schwierigkeitsstufen zu wählen.
- Die Pilzkartei Schweiz auf card2brain.ch umfasst eine grosse Zahl von Arten, welche im Multiple-Choice-Verfahren abgefragt werden. Um card2brain benutzen zu können, muss man sich registrieren. Die Registrierung ist kostenlos.
Speisewert nach VAPKO:
Neben der reinen Pilzartenerkennung ist auch der Speisewert an der VAPKO-Prüfung von grosser Wichtigkeit. Weil die VAPKO den Speisewert in vielen Fällen anders angibt, als es online oder in Büchern zu lesen ist, findest du hier Trainingsmaterial, damit du in diesem Bereich sicher wirst.
Insgesamt umfasst dieser Teil rund 400 der gängigsten Pilze. Jeder Teil (mit Ausnahme des letzten) umfasst 50 Arten. Die Einteilung orientiert sich am Dokument „Verzeichnis Pilznamen“ der VAPKO aus dem Jahr 2025 und besteht aus folgenden drei Kategorien:
- Speisepilz (Sp.)
- Kein Speisepilz (k. Sp.)
- giftig
Zum Bestehen der Prüfung sind 72% der Pilze richtig zu bestimmen (dies entspricht den 50 von 70 möglichen Punkten, welche an der VAPKO-Prüfung zur Pilzartenerkennung erreicht werden müssen).
Wichtig: Beachte, dass eliminatorische Giftpilze hier wie alle anderen Pilze behandelt werden. Das heisst, ein Fehler führt dazu, dass kein Punkt vergeben wird. An der VAPKO-Prüfung selbst hätte dies jedoch das Nichtbestehen der gesamten Prüfung zur Folge. Gleich verhält es sich mit den Giftpilzen, welche an der VAPKO-Prüfung einen 5-Punkte-Abzug in der Pilzerkennung zur Folge hätten. Auch diese werden hier wie die anderen Pilze behandelt.

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